Partizipation als Prinzip

Der Begriff Partizipation (aus lat., Substantiv pars, Teil und Verb capere, fangen, ergreifen, sich aneignen, nehmen usw.) wird übersetzt mit Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Einbeziehung usw.

Partizipation ist ein Grundprinzip in unserem Kindergarten und wir legen großen Wert darauf, dass die Kinder altersangemessen in verschiedensten Bereichen des Alltags ein Mitbestimmungsrecht haben.

Eingewöhnung

Um die Kinder partizipativ an ihrer Eingewöhnung zu beteiligen, wählen sie sich ihre Bezugserzieher*in selbst aus. Nachdem eine Fachkraft in unserem Haus das Kennenlerngespräch mit den Eltern geführt hat, planen wir im Team grob vor, wer das Kind am ersten Tag in Empfang nimmt und als Ansprechpartner*in zur Seite steht. Im anschließenden Alltag beobachten die Fachkräfte dann genau, zu wem das Kind eine intensive Bindung aufbaut und lassen ihm dabei den größtmöglichen Freiraum. So findet die Wahl der ersten Bezugsperson(en) partizipativ statt. Auch die Wahl der jeweiligen Spielpartner, Spielbereiche und Spielzeuge liegen frei in Kinderhand.

Tagesablauf

Im gesamten Tagesablauf gibt es für die Kinder die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen und somit an der Gestaltung des Alltags mitzuwirken.
Dies beginnt schon beim morgendlichen Frühstück: Die Kinder können nach dem Ankommen selbst entscheiden, ob und wann sie frühstücken möchten. Auch beim Mittagessen und Snack entscheiden die Kinder, was und wieviel sie sich selbst auf den Teller füllen. Dabei bedienen sie sich, ggf. mit Hilfestellung, eigenständig.
Bei der Morgenkreisgestaltung können die Kinder mitwirken, welche Lieder gesungen und Spiele gemacht werden sowie über welche Themen gesprochen wird und was es für den jeweiligen Tag zu beachten gilt.
Partizipation bedeutet aber auch lösbare Aufgaben und Verantwortung auf die Kinder zu übertragen und sie so als wertvolles Glied des Ganzen zu sehen. Unsere Kinder werden fest in die Tagesgestaltung und die damit verbundenen Aufgaben mit einbezogen, zum Beispiel beim Tischdienst, Blumen gießen, bei der Ackerpflege, bei Einkäufen, Projektplanung usw. Diese Beteiligung gibt den Kindern Selbstvertrauen und unterstützt ihr Gefühl der Wertigkeit innerhalb unseres Kindergartens.
Auch bei der Gestaltung bzw. Umgestaltung der Räume, Anschaffung neuer Spielmaterialien sowie der Auswahl von zum Beispiel Ausflugszielen werden die Kinder aktiv durch kindliche Entscheidungs- und Abstimmungsverfahren beteiligt.
Auch Regeln werden grundsätzlich gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, ausgestellt und kindgerecht erklärt. Dazu gehören auch die daraus folgenden Konsequenzen. Wir geben unseren Kindern größtmögliche Beteiligungschancen und machen unsere Arbeit für sie transparent und verständlich.

Kinderparlament

Als Perspektive, wie in unserem Haus das Grundrecht Partizipation weiterentwickelt wird, haben wir uns das Ziel gesetzt, ein Kinderparlament zu bilden. Die Mitglieder des Parlaments werden demokratisch von allen Kindergartenkindern gewählt. Im Anschluss fungiert das Kinderparlament bei regelmäßigen Treffen mit der Leitung und Erziehern als Sprachrohr der Kinder, wird an Entscheidungen für den Kindergartenalltag (z.B. bei Festen oder Anschaffungen) beteiligt und kann sich bei Aufgaben miteinbringen. So möchten wir den Kindern das Prinzip „Demokratie“ näherbringen, es in unserem Alltag weiterleben und den Kindern zeigen, dass die eigene Stimme gehört wird und großen Wert trägt.